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I’am a Sandwich-Artist!

Artikel ausdruckenGeschrieben von Falco in Studium am 11.11.08

Ein Tag irgendwann im Juli 2008. Ich stolzierte so mir nichts dir nichts durch die Bahnhofspassagen in Potsdam. Ein Blick in das Portemonnaie zeigt mal wieder absolute Ebbe auf. Schon etwas länger war ich auf der Suche nach einem kleinen Nebenverdienst zu meinem Studium. Da sprang mir ein Plakat ins Auge: “Wir suchen neue motivierte Kräfte als Sandwich-Artist auf Minijob-Ebene“ Subway – da war doch was? Ja genau, da hab ich vorher genau zwei Mal gegessen und es hat mir sogar sehr gut geschmeckt. Wohl gemerkt, ich habe da zwei Mal das Chicken Teriyaki gegessen – da kann man auch eigentlich nichts falsch machen. Also hab ich mich auf die Anzeige mal einfach beworben. Schönen Bewerbungstext geschrieben, Lebenslauf und ein chices Foto von mir und ab in den Briefkasten.

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Drei Tage später meldete sich auch schon der Filialleiter und lud mich zu einem Vorstellungsgespräch ein. Da ich sowas noch nie gemacht hatte, versuchte ich mich natürlich vorzubereiten, las bei Wikipedia und auf einschlägigen Seiten über Subway, über den Gründer Fred De Luca, über das Frenchise-Prinzip und versuchte möglichst viele der Sandwiches zu verinnerlichen.

Naja, gebraucht habe ich das letztendlich nicht, das Gespräch verlief sachlich und schnell und schon in der gleichen Woche konnte ich Probearbeiten. Ein Sandwich in 90 Sekunden? Klingt recht einfach, ist es aber nicht unbedingt. Immerhin kann man als Kunde zwischen unzähligen Variationen wählen, so dass dann doch jedes Sandwich anders aussieht. Mein erstes belegtes Brötchen war ein Steak & Cheese, nunja … es wurde nicht so toll, was allerdings wohl eher an der Theorie des Einpackens liegt. Wohl gemerkt finde ich, dass das Einpacken- und zwar so, dass das Sandwich am Ende nicht wie ein zusammengedrücktes Etwas aussieht, die größte Kunst ist. Naja, nach dem dann die Probestunden (Zehn an der Zahl) – wurde ich das Team der Bahnhofspassagen Potsdam aufgenommen.

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Man hört immer viel, dass die Sandwich-Artists, wie man die Mitarbeiter von Subway so schön nennt, für einen „Hungerlohn“ da die Drecksarbeit machen. Find ich jetzt nicht unbedingt. Zwar ist der Stundenlohn nicht der allerhöchste, aber dank z.B. des Nachtzuschlags und der doch relativ abwechslungsreichen Arbeit finde ich das voll in Ordnung. Apropos Nachtzuschlag… nach jetzt gut einem viertel Jahr habe ich mich persönlich schon insbesondere als Nachtarbeiter etabliert – möchte ich behaupten, das heißt von 22 bis 5 Uhr in die früh arbeiten… und putzen.

Eine kleine Erfahrungsstudie: In der Zeit von 22 bis ca. 01.00 Uhr sieht ein Sandwich in der Regel so aus: Relativ neutraler Belag, insbesondere gern Hühnchen oder Schinken, dezent Salat, keine Oliven, Zwiebeln, Jalapenos (scharfe Peperoni) und dazu eine milde oder neutrale Sauce. Das liegt ja nicht zu letzt daran, dass die Leute da auf dem Weg zur Party sind. Ab 03.00 Uhr siehts dann so aus: *mittel bis stark betrunken*
„Ej, mach mir ma was zu essn!“ – „Egal was?“ „Hau ruff die Scheise, Hauptsache viel Knoblauch“ … also gibt’s ein schönes Steak and Cheese oder Italien BMT, wahlweise auch Meatball … natürlich mit viel Jalapenos und ordentlich Käse-Knoblauch-Sauce. “Lecker“.

Auch eine schöne Erfahrung, ein junges Pärchen am frühen Morgen:

Er: „Ich hätte gern ein Tunfisch-Sub.“
Sie: „Ist das dein Ernst?“
Er: „Ja, warum nicht?“
Sie: „Ej komm, wenn du das jetzt isst, gibt’s keinen Sex mehr“
Er: „Och komm…“
Sie: „Ne ej“
Er: „Na dann mach mir doch lieber wat anderes…“

Kommentar meinerseits: *hihi*

Was auch immer schön kommt in den Nachtschichten… bei hübschen, unentschlossenen Mädels:

Welche Sauce darf‘s denn sein?
„Ähhh keine Ahnung“
Na ich denke zu dir passt eigentlich nur etwas Süßes;)

Oder, auch erlebt:

„Ist das jetzt deine Telefonnummer, die du da auf das Sandwich schreibst?“
Ne, eigentlich bloß, was das für eins ist
„Oh, ok“

Ja man erlebt schon so allerhand – Sehb wird auch sicherlich ein Liedchen davon singen können. Ansonsten bleibt nach einem viertel Jahr bis jetzt festzuhalten. Ein fantastisches Team da am Hbf, abwechslungsreiche Schichten und ‚ne Menge Spaß.

Achja, hat sich schon mal jemand gefragt, was denn das BMT beim Italien BMT zu bedeuten hat? Es steht für „Brooklyn-Manhattan-Transport einer U-Bahnlinie in New York, die auch mal gern in vielen Filialen an der Wand hängt. Das ist so die Lieblingsfrage des Mystery-Shoppers.

Das aus dem Leben eines Sandwich-Artists in Potsdam. :-)

Bisher 4 Kommentare

Sascha am 11. November 2008 um 12:01 Uhr

Nee nee, dieses virale Marketing hier, kriegste für den Artikel wenigstens einen kleinen Bonus von deinem Chef? ;) Ich war da noch nie essen, wird glaube auch so bleiben. Lieber zum Dönerhaus um die Ecke, da stimmt auch Preis-Leistungs-Verhältnis … meistens.

Julian am 11. November 2008 um 17:02 Uhr

Coole Sache! Ich persönlich finde Subway nen coolen Laden und auch das Preis- Leistungsverhältnis angenehm. Natürlich kommste billiger dir selbst so’n Ding zu machen. Wer macht das aber schon. Kriegste ja eh nich so hin ;) Außerdem schmeckts sehr gut :)

Falco am 11. November 2008 um 18:03 Uhr

Und da es ja scheinbar immer parallel 10000000 Gutschein- und Rabattaktionen gibt, sollte das eigentlich kein Problem sein, was günstiges zu bekommen. Wer gerade nicht weiß, welche Bonusaktion gerade aktuell ist, darf mich gern fragen.

PS: Ich hasse diese Aktionen!

Sehb am 11. November 2008 um 20:37 Uhr

3 Meatball-Subs, doppelt belegt und mit Extra-Zwiebeln bitte! Alles auf Gutschein aber, is klar….
Kannst du die 15cm-Subs dann aber bitte jeweils nochmal durchschneiden?

Gib deinen Senf dazu

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