Hurricane 2008!
Artikel ausdruckenGeschrieben von Johannes in Gude Laune am 27.06.08
Hurricane – es war soweit…das Warten hatte ein Ende. Fieberten wir, Steffi, Kev, Johannes und ich (Uwe), doch schon lange diesem viel versprechendem Wochenende voller Musik, Schweinereien und Gerstensaft entgegen. Und nun war er da…der Tag X, der Tag unserer Abreise – Donnerstag.
Und so wurde voller Elan das Auto von Johannes mit alldem beladen, was wir zum überleben brauchten…Nahrungsmittel, Zelte, Schlafsäcke und später…kurz vor Scheeßel dann endlich mit dem Rohstoff Nummer 1 – Bier.
Der Fahrt nach Scheeßel muß man zu Gute halten, dass wir sie ohne größere Probleme und mit einer gesunden Portion Vorfreude und flacher Witze heil überstanden haben.
Dann endlich auf dem Gelände angekommen wurden wir erstmal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als uns der Parkplatz P6 zugewiesen wurde, welcher sich ca. 2km vom eigentlichen Gelände befand. Aber ein waschechter Hurricanarama lässt sich auch davon nicht wirklich abschrecken…also ab geht’s, bepackt wie die Kamele, zum Bändchen abholen. Clever wie wir waren, haben wir uns nicht am Ende der Schlange angestellt, sondern, aufgrund eines Winkes mit dem Zaunpfahl, haben wir gekonnt die Lücke in der Aufsichtspflicht der Verantwortlichen ausgenutzt und sind quasi von hinten direkt an die Bändchenausgabe gegangen.
Als auch dieser Teil geschafft war folgte der wohl wichtigste Aspekt des Tages – einen vernünftigen Zeltplatz zu bekommen, was uns auch gelang. Lockere 10 min vom Festivalgelände entfernt mit allerlei lustigen Menschen und Sehenswertem auf dem Weg, welches diesen enorm verkürzte.Nun ja…Zelte und Pavillon aufgebaut, 2 Fässer Bier und das Essen aus’m Auto geholt und dann erstmal gemütlich ´ne Molle gezischt.
Nach getaner „Arbeit“ beschlossen wir, bevor wir in den Titty Twister gehen noch beim Public Viewing vorbeizuschauen….Deutschland spielte ja auch noch gegen Portugal…
Also da ging es ab…mein lieber Scholli…vor allem als die Tore fielen. Die ganze Menge ähnelte einem Hexenkessel, Getränke und Böller flogen durch die Gegend. Einfach herrlich, eine dermaßen ausgelassene Menschenmenge zu beobachten. Perfekt auch zur Einstimmung auf den eigentlichen Event an diesem Abend – den Titty Twister.
Leider weiß ich nicht mehr allzu viel, außer, dass wir traditionsgemäß den Ausgangsbereich als unser Moshpit mit lustig anzusehenden Tanzeinlagen zurückerobert und verteidigt haben.
Aber irgendwann war dann verständlicherweise die Luft raus und wir machten uns auf in Richtung Zelt. Schnell noch eines dieser herumstehenden Axe-Zelte gegriffen und mitgeschleift, über ein paar Zeltschnüre „versehentlich“ gestolpert und die Zeltplatzatmosphäre, soweit es ging, genossen.
Am Zelt dann noch ´ne Kaltschale mit den Nachbarn und n Mitternachtsimbiss aus der Konserve und ab ging’s – in die Heia.
Am nächsten Morgen, dank der herrlichen 9Uhr-Sonne gut durchgebraten aufgewacht und die Lage gecheckt. Alles in Ordnung…wenn das mal kein Grund ist, erstmal den Pfeffi zu testen. Ob der wohl die lange Fahrt heil überstanden hat!? Keine Bange – hat er! ;-P
Nach allgemeinem Einfinden unter dem Pavillon, illustren Gesprächen, und diversen Mahlzeiten, sollte sich endlich der Rest unserer Truppe, bestehend aus Torsten, Johnny, Fischer, Anne und ihren Freundinnen, Kokschi und Sina, einfinden. Wie es sich gehört, wurden auch das gebührend mit ´nem Schlückerchen aus dem Fass gefeiert.
Aber nun…schließlich sind wir ja nicht nur zum Saufen hier….hier ist ja auch noch Musik. Und so ergab es sich, dass Kev und ich es irgendwie geschafft haben, uns Enter Shikari anzugucken. Trotz miserablem Sound, welcher aus den ständigen Böen zwischen Bühne und Soundturm resultierte, muß man sagen, es hat sich gelohnt und die erste musikalische Erwartung wurde erfüllt.
Danach hieß es dann erstmal das Stamina mit Bier auf volle Pulle zu puschen, um dann wieder halbwegs zurechnungsfähig irgendeinen Hauptact mitzubekommen. Zufälligerweise war es grad Zeit für Tegan & Sara oder sollte ich besser sagen – zum Glück! Denn wären Johannes und ich nicht dorthin gegangen, hätte ich niemals diese 2 Zauberelfen mit ihren tollen Melodien kennen- und schätzen gelernt. Ist zwar ein bisschen spät nach der großen Hypeexplosion, aber besser als nie. Für mich ganz klar das beste Konzert des Festivals.
Da wir an diesem Abend aber nicht nur zum Träumen hier waren, sondern auch die Rave-Botten dabei hatten, war ein Pflichtbesuch bei den Chemical Brothers die logische Konsequenz, um sich ordnungsgemäß auf den Titty Twister vorzubereiten.
Hier kann man nur sagen: Tip-Top-Bühnenshow mit überdimensional großen Leuchtmännern und –gesichtern und den Partyburnern von „Galvanize“ bis ‘’Hey Boy, Hey Girl'’ schon unter den ersten 5 Liedern. Dieses reichte uns auch zur Vorbereitung, zumal es immer voller wurde.
Also ab…durch die Menschenketten…straight to where the Party is - .good old Titty Twister. Dort hat man dann noch ein bisschen die Beine bewegt, Steffis Freundin und ELTON (von Tv Total) getroffen und diverse andere Bekanntschaften geschlossen bis der Heimweg angetreten wurde und der Rest der Nacht wohl für immer in den unendlichen Weiten des Zeltplatzuniversums verschollen ging und bleibt.
Am Samstag hieß es dann erstmal ordentlich abschimmeln, Bier trinken und diverse Witzchen von der Stange zu lassen. Schließlich hatten ja einige (2) von uns bis ca. 18Uhr Zeit um sich in Richtung Bühne zu begeben, wo sich ja bekanntlich Rise Against angekündigt hatten. Manch ein Verrückter wagte es auch zwischenzeitlich mal das Gelände zu betreten, um sich zur Abwechslung auch mal mit Musik anstatt von Saufgesängen beschallen zu lassen.
Jedenfalls…Rise Against…trotz des wiederholt schlechtem Sounds, eine absolute Sinnesbereicherung für Augen und Ohren.
Also wenn die das Festival mal nicht so richtig aufgemischt haben, weiß ich auch nicht. Schon alleine das Moshpit aus sicherer Entfernung zu betrachten, war der „weite“ Weg zum Gelände wert gewesen. Es war wie, als wenn eine Herde Stiere, irgendwo in Mexiko durch die Wüste getrieben wurde. Eine riesige Masse aus aneinanderprallenden Körpern, umgeben von einer noch größeren Staubwolke, fabrizierte synchron zur Musik ihren eigenen Hurricane. Wahnsinn!!!
3mal dürft ihr raten, wo es danach wieder hinging! Richtig…ab zum Zelt, wo wir ja auch schon den größten Teil des Tages verbrachten. Und auf wen trafen wir da…Johnny. Der Junge, der die ganze Zeit dauerpralle in seinem Stuhl saß und vom ganzen Festival nur 2 Lieder von Monster Magnet mitbekommen hat. Der war so full, das jede Aktion oder Sprachversuch eine Herausforderung für ihn war.
Aber es war teilweise so witzig, das wir heulend vor Lachen in unseren Stühlen gelegen haben. Hier entstand auch die Idee, über Johnny eine Art „Film“ zu machen. Denn jedes Mal, wenn er versucht hat irgendwas zu tun, hieß es z.B. „ Folge 1 – Johnny steht auf“ oder wenn er mit Mädels gesprochen hat – „Folge 7 – Johnny flirtet“. Schwer zu beschreiben und sicherlich nicht besonders witzig, wenn man das hier liest. Also haken wir das mal unter Situationskomik ab.
Irgendwann am späteren Abend ging es dann wieder ab in den Titty Twister, wohin auch sonst, wo bis in die Puppen getanzt und/oder gesoffen wurde. Johannes und Steffi schauten sich noch Digitalism an. Doch als sie merkten, dass sich alle Lieder irgendwie gleich anhörten, trafen sie auch im Titty Twister ein. Und auch hier ist mir der Rückweg und alles was dann folgte irgendwie entfallen.
Der Sonntag begann wie die 2 Tage zuvor: ca. 9Uhr aufstehen, im Halb-Suff auf dem Stuhl rumdösen und versuchen wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Doch dann um 11Uhr rann langsam die Zeit davon! Grund: 12.00-12.20uhr hatten Jennifer Rostock ihren Auftritt!

Da das mein einziger Grund war, überhaupt mit aufs Festival zu kommen, versuchte ich noch Andere zu überreden, aber nur Anne und ihre 3 Freundinnen (Helen, Sandra und Andrea) kamen mit. Zum Auftritt: der Gitarrist steckte im Stau, kam erst zum 4. und somit fast letztem Lied! Lustig auch die Sprüche der Zuschauer: ‘Ihr habt nur noch 5 Minuten‘ oder ‘Ausziehen, Ausziehen‘. Sie schienen genauso wenig begeistert zu sein wie wir. Nunja, wir gingen wieder zurück zum Zeltplatz, andere wiederrum waren danach bei Elbow, The Notwist, Calexico oder Tocotronic. Der harte Kern (Kev, Uwe, Torsten, ich) wartete auf den Abend mit den beiden Highlights Sigur Ros und Radiohead. Zwischendurch hats dann auch noch schön gewittert und gestürmt, aber das MUSS ja quasi zum Hurricane dazugehören. Aber geschickt wie wir waren, haben wir unser Pavillion gepimpt (tiefergelegt) und schon waren wir sicher und trocken. Pünktlich zu den Mainacts kam dann auch wieder die Sonne raus. Sigur Ros wie gewohnt emotional und - auf ihre gewohnte Art und Weise - sehr herzzerreißend.

Mit vielen bekannten Songs aber auch Tracks von neuen Album brachten sie die Menge zum weinen.*schnief* Sie machten dann nach etwa 90 Minuten die Bühne frei für die letzte Band des Abends und ich darf vorwegnehmen: für viele Leute zugleich die beste Band des Festivals! Mit einem unglaublich geilem Sound, krasser Lichtshow und durchweg spitzen Songs spielten sie sich inklusive Zugabe ca. 2 Stunden in die Herzen der Besucher. Passend dazu das Wetter, ein nahezu perfekter Augenblick!

Zwar warn Radiohead der letzte Act des Festivals, doch in schon fast traditioneller Weise ging es für uns noch weiter. Erst zum Zeltplatz wo wir plötzlich Flammen sahen, die von einem brennenden Dixi-Klo stammten. Nachdem die Feuerwehr den Brand löschte, ging es wieder mal ins Titty Twister. 2,3 Bierchen geschlürft, unrhythmisch getanzt und schwupps- Festival war zu Ende!
Montag früh…
…hieß es dann schnell Sachen zusammenpacken, Müll-Marke für 5€ wieder zurückholen und Auto finden.
Zur Rückfahrt noch zu erwähnen: 9.30Uhr Abfahrt - 14Uhr Ankunft Berlin. Die Staus warn zum Glück nur minimal, aber dafür erlebten wir auf Höhe Neuruppin einen frischen Autounfall. So wie das Auto aussah (Totalschaden), vermuteten wir Sekundenschlaf beim Fahrer. Als wir vorbeifuhren stiegen die beiden Insassen gerade unverletzt aus, was bei dem Anblick des Wagens einem Wunder glich. Mit diesem letzten ‘Highlight’ ging es dann an die letzten Kilometer nach Berlin, wo eine erfrischende Dusche, Nicht-Büchsen-Essen und ein festes Bett auf uns warteten.
Alles in allem war das Hurricane sein Geld mehr als wert. Tolle Bands gesehen, Zeit mit (alten Schul)freunden verbracht und jede Menge Spaß gehabt
Hurricane 2009, wie warten auf dich!
P.S. Foto dazu auch in der dark2k-Galerie.
P.P.S. Danke für die 2 Fotos (Radiohead/Sigur Ros) an die Leute von flickr.com
Anmerkung: Uwe hat den ersten Teil des Artikels geschrieben, Johannes den 2. (ab Sonntag).
Jeder Kommentar ist erwünscht. Auch die mitgereisten Leute (Kev, Steffi, Torsten, Kiwi..) sollen doch bitte mal ihre Kommentare abgeben, von wegen bester/schlechtester act, überraschung des festivals, positives/negatives.. usw. Danke!

Bisher 14 Kommentare
an irgendeinem tag haben wir doch noch DEN könig getroffen…wenn ich mich recht entsinne…Johannes - stimmt das!!!?
hehe, ja klar.. der KÖNIG!
der musste sich dann aber um das brennende Dixi-Klo kümmern um sein Volk zu retten. er hat sich dann hinterschaffen LASSEN von seinem gefolge..
nunja, lustich wars!
bester act: ganz klar Radiohead, danach Tegan & Sara, Does it offend you, yeah?
schlechtester act: jennifer rostock
enttäuschung des festivals: Foals mussten leider absagen.. alle warteten samstag 18.30uhr gespannt auf die band, als dann die unbekannte alternativ-band auf die bühne kam, teilten sie mit, dass die Foals ne bus-panne haben.. 98% der zuschauer verließen daraufhin die bühne.. hat ganz schön runtergezogen.. doch zum glück kam dann johnny (siehe artikel), sodass die laune schnell wieder nach oben ging
noch negativ zu erwähnen: die osteuropäische frau vom supermarkt wollte mir keine 15€-eplus-karte verkofen.. blöde kuh!
dafür hab ich bei der suche nach ner handy-karte Timo Beil getroffen
positiv: wetter war entgegen der erwartungen super! nur kurzes gewitter.. top!
bester act: für mich auch ganz klar Tegan&Sara, die ich zum 1. Mal sah und bei denen ich mit Sina ganz vorn stand, die zum Schluss in meinen Armen weinte
, danach definitiv Radiohead, die wie immer eine total geile Musik-und Lichshow ablieferten, und zu guter Letzt noch ganz klar Sigur Rós
schlechtester Act: Digitalism, da sich ALLES gleich anhörte
enttäuschung des festivals: bei mir beläuft sich das ebenfalls auf das Nicht-Spielen von den Foals, nachdem ich dort voller Vorfreude ganz allein ganz vorn stand…dann kommt noch hinzu, dass auch die Klo-Frau Johannes keine 15€-eplus-Karte geben wollte, und dass ich meinen guten alten Kugelschreiber am Eingang zum Festivalgelände zurücklassen musste, da er als Stichwaffe verdächtigt wurde
positives: Johnny…, mein Zeltpartner und dass ichs geschafft hab meine Franzi dieses Jahr öfter zu treffen, und natürlich das Wetter (wobei man sich um den Staub streiten kann)
bester Act:1. Tegan & Sara, 2. Rise Against, 3. Sigur Rós
schlechtester Act:die Megafon-Olé-Olé-Olé-Brüller vom Zeltplatz
Enttäuschung des Festivals: die Unfreundlichkeit von Timo Beil, das “Abwaschwasser” am letzten Abend im Titty Twister, daß Johannes selbst auf’m Klo keine E-Plus-Handy-Karte bekommen hat
positives: die Leute und die Stimmung, Johnny, die Essensschlacht mit den Zeltnachbarn am letzten Tag
Nicht zu vergessen……es is immer wieder lustig mit Hosen-Runterlasser-Kev
und weeste auch wieso!?
jaha :p
na denn is ja gut! dachte schon du wärst geistig behindert!
Ich? Nee…….und weißte auch wieso??
Jetzt ma’ Schluß hier mit euren Insiderwitzchen. Ist ja nicht zum Aushalten, wie zwei Turteltauben… nenene.
Echt ma hier…
Bester Act: Sigur Rós! Da gibbet für michts nichts dran zu ruckeln.
Schlechtester Act: Mal eben überlegen. Da ich übern Daumen gepeilt eh nur 5 Bands voll und mehrere einzelne Songs anderer Bands gehört habe, sag ich jetzt einfach mal Panic at the Disco. Hingestellt, AHA gesagt, Bier geholt, weggegangen.
Enttäuschung des Festivals: Zu lange Wartezeiten für “richtige” Klos und die Wasserstellen. Aber hey, dass war zu erwarten. Festival eben. Was mich aber WIRKLICH sowas von enttäuscht hat war die Tatsache, dass Johannes’ Suche nach ner E-Plus-Handy-Karte einfach nich belohnt worde. Gerade beim Beck’s-Stand hab ich nicht damit gerechnet.
Top, Klasse, richtich toll: Unsere kleine Festivalkommune. Das hat einfach alles wunderbar gepasst. Sei es nun Johnny, der auf alle aufgepasst hat, oder Steffi, die auch am Freitag Früh um 4 wusste, wo sich denn der Dosenöffner befindet…War schön! Und ganz klar halt “meine” 4 Bands: Sigur Rós, Radiohead, Rise Against und Enter Shikari. Aso, hier sei unbedingt noch das Wetter erwähnt.
Bis zum nächsten Jahr!!!
Hört sich ja richtig cool an. Schade, dass ich nich dabei sein konnte. Im nächsten Jahr wirds aber wieder klappen. Wehe nicht!
Gib deinen Senf dazu
Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <b> <blockquote cite=""> <center> <em> <embed src="" type="" width="" height=""> <i> <img alt="" src=""> <spoiler> <strike> <strong> <ul> <li>