Großbritannien 2011. Reisen oder: Voraus sein.
Artikel ausdruckenGeschrieben von Domi in Dark2k International am 26.09.11
Hin und zurück. Einmal ins Ausland reisen, das Fremde kennen lernen. So war der Plan vor dem Urlaub, den wir im September Deutschland Richtung England verlassend angingen. Vielleicht ist Großbritannien dafür nicht der geeignete Ort, aber vielleicht muss man sich auch eher langsam von der Heimat lösen, um die Größe der Kugel zu begreifen. Vermutlich aber nicht - und schon gar nicht jeder.
Die schlichte Intuition war’s, die mich dazu trieb, Sina und Sehb ins UK zu begleiten – und nachdem ich mein (natürlich: zufällig) ererbtes Geld zusammengekratzt und gesichtet hatte, stand der Reise auch nichts mehr im Weg. Nach kurzem Intervall entschloss sich noch Kockschi, dem Buckingham Palace ihre Aufwartung zu machen. Das London-Irland-2011-Quartett war komplett.
11. September: Unheilvolles Datum. Ouvertüre in Bier.
Die Nacht war hart, da ich nach der Niederlage Federers nach zwei Matchbällen bei eigenem Aufschlag noch in kleiner Runde eine Hopfeneinheit einnehmen musste, bevor kurz nach Mitternacht das Auto nach Berlin startete. Ein kurzer Schlummer folgte und auf wackligen Beinen wankte die schon des Nächtens komplette Gruppe Richtung Schönefeld.
Mein erstes Mal auf einem Flughafen: Unsicheres Terrain, aber nicht unvertraut, da ich ja schon in Filmen und Videospielen durch Flughäfen gerannt bin und das Prozedere ein ums andere Mal gesehen habe. Start und Landung waren schon etwas Besonderes, aber nur, weil es eben das erste Mal war – es gibt wirklich Schlimmeres, als mit einem Flugzeug zu fliegen. Flugangst habe ich scheinbar nicht.
Nach einer halben Stunde kamen wir in London an, schnappten uns das Gepäck, bestiegen den Expressbus und fuhren in die Bakerstreet. Gegenüber der Detektei von Sherlock Holmes fuhren wir weiter zur Victoria-Station, um die (freilich zunächst falsche) U-Bahn Richtung Shepherd’s Bush zu nehmen. Dort bezogen wir die ersten drei Tage Quartier. Nach kurzer Verschnaufpause gönnten wir uns das erste Urlaubsbier samt Burger.

Am Abend fuhren wir dann noch weiter zu Christian Dann (Willi), übermittelten ihm die Grüße; stellten fest, dass er wieder an Masse zugelegt hat; aßen Cracker; tranken Wein und gingen in eine Kneipe. Wir kehrten vor 23:00 Uhr zurück und schliefen ein. Die erste Nacht in London.
12. September: Alte Gebäude sind Saftsäcke.
Das Frühstück im Hostel wurde ausgiebig und kostenfrei bereitgestellt, also aßen wir uns rundum satt, um gerüstet zu sein: Es war Sights-Day. Also drehten wir eine Runde in London: Buckingham Palace, Big Ben, St. Paul’s Cathedral, Tower, Tower Bridge, Piccadilly Circus. Was man eben mal so mitnimmt als Tourist.

Richtig fies beeindruckt hat mich eigentlich nichts, es gab quasi kaum einen Unterschied zwischen …mal gesehen… und …mal dagewesen… . Es sind ohne Frage schöne Gebäude mit historischer Bedeutung, aber die hat Dresden eben auch zu bieten.

Wir aßen Suppe und im Hostel einen Burger. Die zweite Nacht in London.
13. September: Bier am Morgen und Tennis am Nachmittag.
Für diesen Tag waren wir mit Willi verabredet, früh einen Schoppen einzunehmen. Also verkrochen wir Männer uns in eine Kneipe (Bester Preis des Urlaubs: 7 Pfund für ein Steak mit einem Pint Bier), während die Mädels am Piccadilly Circus shoppten. Entsprechend angetüdelt fuhren wir, während der dichte Willi zur Arbeit watete, nach Wimbledon raus.
Zwischen den Prunkbauten der ortsansässigen Bonzen gingen wir durch den Wimbledon Park an einem großen See vorbei zum Center Court von Wimbledon. Leider kamen wir knapp zu spät, sodass wir uns die 8,50 Pfund Eintritt sparten und stattdessen komische Fotos von den Toren schossen.
Wimbledon war die Sehenswürdigkeit von London, bei der ich als alter Tennis-Fan am meisten empfand, weil hier das Virtuelle des Profisports einen realen Bezug erhielt. Immerhin waren hier all die Tennisgrößen, die ich im Fernsehen so bewundere, schon einmal vor Ort. Dass ich eine Gänsehaut bekam, mag etwas übertrieben sein, verhindern konnte ich es allerdings nicht.
Schließlich trafen wir wieder mit den Mädels zusammen, fuhren zurück zum Hostel und schauten uns Chelsea – Leverkusen an. Die dritte Nacht in London.

14. September: Ein Bier im Streit.
Erstmals mussten wir das Hostel wechseln, kamen zum ‘Astor Victoria’, checkten ein und fuhren in den Hyde Park. Ein guter Scherz von Sehb (Los, wir verstecken uns im U-Bahnhof vor den Mädchen.) führte dazu, dass wir getrennt dorthin fuhren und uns erst nach einer Stunde wiederfanden.
Wir bewunderten die Squirrels im Park, nahmen Kurs auf ein kleines Restaurant in der Mitte und bestellten uns eine Gerstenkaltschale. Willi stieß hinzu. Als „Überraschung“ führte er uns in ein echt uriges, englisches Pub (ohne Musik), in dem wir bis 22:30 Uhr sitzen blieben, obwohl eigentlich noch ein kleiner Kochabend mit Willi und seiner Frau Bronwyn geplant war (Fiel aus. Grund: Bier.).

Die Rückkehr war etwas feurig, wir erreichten das Hostel aber unbeschadet und schlummerten ein. Die letzte Nacht in London.
15. September: Zu Besuch bei den Blooms.
Für diesen Tag war die Weiterreise nach Irland geplant. Also ließen wir London hinter uns und nahmen, schlecht beraten, den Gatwick-Express zum Flughafen, warteten dort geraume Zeit. Ich checkte mein (merkwürdigerweise nur hier:) übergroßes Gepäck ein und wir warteten auf den Abflug.
London, was warst du nun? Für mich, der ich noch nie in einer echten Großstadt gelebt habe (dafür gibt es GENUG Gründe), ähneln sich London und Berlin viel zu sehr. Überall trifft man auf anonyme Synonyme, Bilder von Menschen, die erst zu welchen werden, wenn man ihnen ins Gesicht schaut, mit ihnen spricht.
Bronwyn sagte in der ersten Nacht, dass London alt wirke, während Berlin einen dynamischeren, jüngeren Stil verkörpert – und man das jederzeit merkt. Ein Flair liegt in der Luft, das London niemals haben kann. Es ist abgestanden. Und doch: Gerade wenn ich die Sprachunterschiede einmal weglasse – und das kann ich: reise ich in einer deutschen Reisegruppe, habe ich das Gefühl, mein Land immer mit mir mitzuschleppen – sehen sie sich sehr ähnlich.
Es könnte meine Aversion gegen die Großstadt sein, dass ich Gemeinsamkeiten sehe, wo wenige sind. Es könnte auch daran liegen, dass ich ob meiner Gesprächsarmut nicht in die Menschen eindringen konnte. Es ist nur die Meinung des Blickes, nicht des Ohres, nicht des Herzens. Ich habe für die Stadt nichts empfunden, es ist nur eine unter vielen. Und als Musikhochburg ist sie nicht in Erscheinung getreten, weil ich eben nur Tourist war – und weder als Musiker noch als Mensch bewusst involviert war.
Ist London einen Blick wert? Nun ja: Ich war mal da. Nötig war’s auch. Aber zu viel erwarten sollte sich nur jemand, den Stadtgeschichte und Vergangenheit wirklich berühren.
Ähnliches gilt für Dublin. Vielleicht hätte ich Ulysses vorher mal lesen sollen – so war es nur eine kleine große Stadt, wie Dresden, aber mit mehr Schimmel im Lebensgefühl. Ist schon komisch für eine Stadt – gleichzeitig aber auch modern -, ein riesiges Phallussymbol als Wahrzeichen zu haben. Sonst: Die Stadt hat touristisch kaum etwas zu zeigen, so man nicht danach sucht.
Wir kauften uns mit Sehb je ein Bier für 4.90€/Pint, gingen den Kai entlang, besuchten einen kleinen Park. Für die Mädels hatte Dublin etwas Unsympathisches an sich, dessen Schimmer es bis zum Ende des Urlaubs nicht ablegen konnte. Hatte auch mit dem Folgetag zu tun. Die erste Nacht in Irland.
16. September: Stress mitten im Hertzen.
Mit Sehb und Sina, Kockschi meldete sich an diesem Tag krank ab, holten wir unseren Mietwagen von Hertz ab. Wir kamen etwas zu spät, reihten uns in eine Schlange ein, hatten Probleme mit einem nichtfunktionierenden Tanksystem und starteten in den irischen Linksverkehr, mit Sina als Fahrerin.

Die erste Fahrt war so ziemlich das Schlimmste, das man sich vorstellen kann… das Hupen, die gefährlichen Seitenspiegel auf beiden Seiten, das Tanken und vor allen Dingen: die Parkplatzsuche. In Dublin fanden wir keinen, auf dem wir nicht zahlen mussten, obwohl wir unendlich lange suchten. Schließlich zahlten wir arg verängstigt (ich), fuchtig (Sina) und verdrossen (Sehb) 22€ in einem Parkhaus, um das Auto dort über Nacht stehen lassen zu können.
Wir gingen mit Sehb noch eine Tour durch Dublin, Sina benötigte etwas Ruhe. Da unser Geld sich dem Ende neigte, tranken wir noch ein Dosenbier, kochten uns ein Kilo Nudeln und schlossen den Tag zu, machten ein Siegel drüber und bemühten uns fortan, ihn aus unserer Erinnerung zu verbannen.
17. September: From the east coast to the west coast…
Noch stark vom letzten Tag gezeichnet, packten wir unsere Koffer und fuhren aus Dublin raus nach Howth, um einen Sehb bekannten Weg die Ostküste entlang zu gehen. Wir parkten gemächlich, schritten am Ozean entlang, bestaunten das Meer.

Nach einer Stunde hatten wir den Rundweg abgeschlossen und fuhren von Howth nach Galway, einmal durch’s ganze Land den Highway entlang. Über die irische Landschaft kann man sagen: Sie ist grün. Ich sah viel Weideland, wenig Getreide, viele Steine, alte Bauten, Cattle und wichtig: Hecken.
Wir kamen in Galway an und hatten Probleme, die irischen Parkgesetze richtig auszulegen, schafften es aber, den Ort am nächsten Tag ohne Kralle wieder zu verlassen… wir hatten wohl alles richtig gemacht. Galway war in meinen Augen eine kleine, verträumte Stadt. Das Hostelzimmer war diesmal überladen, denn wir hatten zuvor ein 8er-Zimmer gebucht. Dank Ohropax aber kein Problem.
In Galway besuchten wir den South Park, eine surreale Landschaft, bei der viel leeres Grasland, auf dem Fußball- und Rugbytore standen, zum Ozean führt. Meine erste Begegnung mit dem Westmeer. Gefühl: Leere. Bevor es richtig anfing zu regnen, wateten wir ein bisschen am „Strand“ entlang, kehrten aber bald ins Hostel zurück.
Am Abend gab Kockschi noch zwei Runden im Pub aus, bei der waschechte irische Jünglinge in unserer Nähe laut zechten und sangen. Nachdem der Türsteher sie aufforderte, etwas gemächlicher zu feiern, wechselten sie, nun leise, fast flüsternd singend, die Kneipe. Wir gingen ins Bett. Die zweite Nacht in Irland.

18. September: Von den Klippen in den Westen sehen…
Für diesen Tag stand die Reise nach Cork über die Cliffs of Moher an. Wir fuhren sehr zeitig (Kralle!) los und machten an verschiedenen Stellen Station…
Zunächst hielten wir an einem überwucherten Schloss, konnten es allerdings nicht betreten – es bleiben nur Bilder zurück mit ungeklärtem Wo, Was und Warum.

Wir fuhren die Ocean Road weiter, bewunderten zerklüftete Hügel, unzählige Steinmauern und hielten das nächste mal am Black Head. Es regnete zwar; Kockschi, Sehb und mich hielt das allerdings nicht davon ab, uns zum Ozean zu begeben. Oder doch: einer überschätzte die Distanz – Sehb kehrte um.

Als ich das Meer erreichte, die Wellen schlugen an die Felsen, begann es – wie auf Zuruf – aus einem Guss zu regnen. Ich machte mich umgehend auf den Rückweg, wurde aber dennoch pitschenass. Das Meer warf uns zurück
. Ich nahm mir einen Stein mit und behielt diesen Platz trotz miesen Wetters in guter Erinnerung.
Weil jetzt schon eine Menge Zeit verstrichen war, wir aber unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit in Cork sein wollten, fuhren wir nun straight zu den Cliffs of Moher. Wir erwischten atemberaubend gutes Wetter und konnten die Inseln und den Atlantik direkt von den Klippen bestaunen.

Neben der Besucherzone gibt es dort auch die Möglichkeit, sich direkt an die Klippen heranzuwagen. Wie jeder dort ignorierten wir das Warnschild und schauten in die Tiefe. Sicherlich eine der schönsten Stellen, der wir auf unserer Reise begegnet sind. Wir aßen noch einen Touri-Snack und fuhren weiter nach Cork.

Ein Kurztrip durch die Stadt folgte, in der die Mädels die Touri-Shops unsicher machten, Sehb und ich allerdings gelangweilt und missmutig durch die Straßen schlichen. Cork ist ok, mehr nicht. Die dritte Nacht in Irland.

19. September: Kinsale is kinda blarney, isn’t it…?
Mit Löchern im Sparstrumpf fuhren wir nach Blarney Castle. Wir fanden umgehend einen kostenfreien Parkplatz und zahlten die 8 Euro für den Eintritt. Innen erwartete uns ein gut gepflegtes Gelände, mit idyllischen Gärten und koboldbesetzten Gewässern. Die Burg selbst, die wir bis ganz nach oben erklommen, war arg beengt – heutzutage kaum vorstellbar, dass tatsächlich mal jemand so unkomfortabel leben konnte.

Oben selbst küssten die Mädels und ich kopfüber den Stein von Blarney, von dem es heißt, er würde Beredsamkeit verleihen. Die Stelle war durch Gatter gesichert, von Gefahr ist kaum zu reden, wohl aber von einer akrobatischen Herausforderung.

Wir verließen die Burg, gingen noch durch den Giftgarten und den Druidenhain. In letzterem beschritten wir die verzauberte Treppe und sahen die versteinerte Hexe. Alles in allem: ok – und die 8€ wert.
Sehb entführte uns noch nach Kinsale, einen idyllischen Fischerort, und wollte uns dessen Panorama und Hafenblick zeigen. Leider erwies sich das Schicksal als nicht allzu gnädig; so konnten wir nur durch die verwinkelten Gassen einer alltäglichen Hafenstadt, so gut wie ohne Zauber, flanieren. Wir gönnten uns ein letztes Mal Restaurantkost – die Anderen aßen eine Pizza und ich erbat mir eine große Portion Fish&Chips.
Wir kehrten nach kurzer Rundfahrt und einem Friedhofsbesuch zurück ins Hostel. Die vierte Nacht in Irland.
20. September: Kílkenny oder Kilkénny?
120km Fahrt. 120km die grünen Weiten Irlands. Und dann: Hinein in die Kleinstadt Kilkenny (ungefähr so groß wie Finsterwalde). Wir checkten im Hostel ein, kauften Thunfisch und Nudeln und schauten uns das Nest an.
Wir wanderten durch den Park am Kilkenny Castle, sahen wieder ein paar Bäume, die von Waldgeistern bewacht wurden und eine große Skulptur, dessen Urheber nirgendwo kenntlich gemacht wurde. In 10 Minuten einmal durch die gesamte Innenstadt gelaufen, erreichten wir auf der Gegenseite die Kathedrale, umkreisten sie und bestaunten deren Grabstätten aus dem 18. Jahrhundert.

Kockschi ließ sich von einer älteren Frau noch die Geschichte zu einem Grab erzählen, dessen Statue direkt mit ihrer Familiengeschichte zu tun. Ich erinnere mich aber nicht mehr genau an die Verhältnisse.
Wir ließen den letzten Abend ruhig ausklingen, zockten „Wer bin ich?“ und „Stadt, Land, Fluss“ mit unseriösen Kategorien und schliefen ein letztes Mal in der Fremde. Die letzte Nacht in Irland.
21. September: Irische Segenswünsche.
Was vom Tage übrig blieb: 08:00 Uhr starteten wir nach Dublin, waren 10:00 Uhr am Flughafen und haben 7 Stunden auf unseren Flug gewartet. War etwas langweilig, aber mit kurzen Nickerchen und guten Büchern überbrückten wir dieses Planungsloch, aßen ein paar Burger und stiegen in den zu spät startenden Flieger.
In Schönefeld angekommen brauchten die Berliner 90 Minuten, um nach Friedrichshain zu kommen, während ich den letzten Zug gerade so noch erwischte und zurück nach Kirchhain fuhr (in 120 Minuten).
Insgesamt war es schon ein guter „Urlaub“. Ich mag das Wort nicht, weil es von der Arbeitseinstellung sicher mein schwächstes Jahr im Studium war und ich nicht so richtig glaube, dass ich es verdient hatte, zu pausieren. Nichtsdestotrotz: Ich hab’s gemacht, bin das erste Mal geflogen, habe Wimbledon gesehen und ins Westmeer gestarrt.
Sonst habe ich aber das Gefühl, dass Reisen nicht so meins ist, gerade wenn ich den eigenen Kulturkreis nicht verlasse. Westeuropa bleibt Westeuropa. Die Menschen sind reich, grau, anonym und Masse. Aber der Kopf modelliert auch gerne. Wie man eben von Schichten spricht, wenn man Max Müller noch nie getroffen oder gesprochen hat.
Mein Fazit: Andere Länder bereisen heißt wohl nicht, sie nur anzustarren, man muss sie fühlen, sie ansprechen. Genau darum muss ich mich bemühen, und: in Zukunft alleine zu reisen. Ich neige dazu, mich hinter den anderen zu verstecken und nicht einzutauchen, wenn ich es nicht muss. Und da Sehb die meisten organisatorischen Dinge übernommen hat, habe ich mich extrem schüchtern zurückgenommen.
Und: Das Meer braucht Zeit. Ich muss zum Westmeer zurück. Allein. Irgendwann.
Die interessanteste Erfahrung war, dass mich geschichtenlose Gebäude kaum berührten. Durch einen verlassenen Steinturm rennt man eben auch in Oblivion. Dublin ist die Hauptstadt von Irland. Ohne Ulysses für mich auch nicht mehr. Die kleinen Nester des Landes sind geschichtenlos, aber meist urig, darum: ansprechend, ohne zu glänzen… die Leute sind wohl entscheidend, von denen ich keine kennen lernte. Oder ich muss Geschichten mittragen: ich probiere es demnächst mal aus und nehme mir Rilkes Erfahrungen mit nach Paris. Vielleicht schiebt sich über die Beziehungen von Virtualität und Realität mehr Gefühl in Gassen und Straßen, Orte, an denen wichtigere Leute als ich schon mal waren und die ich (vermutlich: deshalb) schätze.
An Sehb und Sina noch einmal herzlichen Dank für die Einladung, der Urlaub war sein Geld wert!
Alle FOTOS.

Bisher 7 Kommentare
Hehe… von den Cliffs of Moher berichten und kein einziges Foto von ihnen zeigen
Guter Artikel, Dublin ging mir ähnlich (keinerlei Höhepunkte), Cork war ganz ok (jedoch auch nicht herausragend).
Sonst ein sehr guter Reiseeindruck.
Man kann sich dazu merken: Zu viert reisen ist prinzipiell lustig und positiv, teilweise kanns einen in seiner Privatssphäre auch entwas beengen - aber bei 10Tagen war noch alles cool.
Danke ans Coolen-Quartett!
PS: Für Bilder hier klicken!
Ein wahrhaft poetischer Artikel! Was nehme ich daraus mit: England rückt auf meiner Reiseliste um einige Positionen nach hinten!
Da ich persönlich nun schon gefühlte 5 mal in LOndon und 10mal in England war und auch schon in Cork, galway usw. möchte ich auch gern was dazu sagen.
Mich hat in Irland am meisten die LAndschaft beeindruckt und die angesprochene urigkeit. ich wüsste kein Gebiet hier in Deutschland , in dem man das genauso findet.
sicher sind die bereisten Städte von euch von keiner herrausragenden einzigartigkeit, aber das hast du sicherlich auch nicht erwartet, oder?
schöner Artikel, hat Spaß gemacht zu lesen
eindeutig zu wenig Essens-/Bierfotos!
stimmt (also nicht nur für dich, sonder generell)
Naja, natürlich nicht immer. Aber ich denke, dass diese Auslandserfahrung als wirklich fremde Wahrnehmung alleine besser funktioniert. So ein Gruppenurlaub hat auch was für sich, wie gesagt: man schleppt sein Land halt mit… und je kleiner bzw. größer der Rucksack… *blabla*
@ Alex: Ist schon komisch, dass da überall irgendwelche Mauern, Burgen und Hecken stehen. Und dass es überall so verdammt grün ist. Aber da ist nur die Dichte entscheidend; ich bin der Meinung, auch hier schon auf solche Gebiete gestoßen zu sein…
Nächstes Mal ist ein Abstecher in einen echt ‘urigen’ Wald auch mal Pflicht, die ganzen Parks, in denen wir waren, waren fast schon zu elfenhaft und damit nah am Klischee.
Sonnenaufgang am Meer wäre auch nicht schlecht, aber da müsste man (für die “echte” Erfahrung) wohl mal nach Japan
Cooler Bericht!! Scheint ein super Urlaub bei euch vieren gewesen zu sein! Das stimmt schon, man macht mehr Erfahrungen, wenn man alleine reist, aber mit Leuten ist es einfach lustiger, finde ich. Schließlich kennst du deine Leute schon und du weißt auch, mit wem du unterwegs bist. Beim Alleinereisen hast du keine Ahnung auf was für Leute du triffst. Entweder du hast richtig Glück, es gibt ja auch wirklich so viele nette Leute, oder du lernst halt niemanden so richtig kennen.
London find ich super schön, allerdings auch mega groß. Dublin war ganz nett, aber das wars dann auch.
Japan würde mich definitiv auch mal reizen. Da reichen aber keine 10 Tage
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